Unser Besuch beim 37. Evangelischer Kirchentag in Dortmund 2019


Logo des Kirchentags in Dortmund

Ich, ehrenamtlicher Konfirmanden-Betreuer in der Friedric hsdorfer Gemeinde, war zusammen mit anderen Christen und Christinnen vom 19.06. – 23.06 auf dem 37. Evangelischen Kirchentag in Dortmund. Und es war für uns alle, für die alten Hasen des Kirchentags sowie die staunenden Neulinge, ein echt großes, religiöses Abenteuer („Auf den Spuren von Jesus“). Die Stadt, die Menschenmengen, die Offenheit und Freundlichkeit, all das war plötzlich einfach da. Man ist es nicht gewohnt, wenn sich Fremde auf den Straßen umarmen und es beinahe schon unvermeidbar ist, nicht mit seinem Nächsten ins Gespräch zu kommen. Dies alles wird schlussendlich noch mit einem Chor am Straßenrand, als Sahnehäubchen der Nächstenliebe, vollendet.

—„Musik ist Liebe“ – 22.06.2019 – Adel Tawil auf dem Großkonzert „Ich bin fremd gewesen und ihr habt mich aufgenommen“—

Konzert am Friedensplatz in Dortmund

Um verzweifelt zu versuchen euch diese unbeschreiblichen „Feelings“ zu beschreiben, wie ich, als „junger Suchender“ den Kirchentag miterlebt habe, will ich euch eine kleine Geschichte erzählen. Direkt am ersten Abend, nachdem wir sehr hektisch mit drohenden Regenwolken im Nacken die unbekannte Riesenmetropole durchquerten, stoßen wir auf die noch kleine, aber sehr feine Musikgruppe „Lotte“ und ehrlich gesagt kann ich euch im Nachhinein auch gar nicht erzählen, ob dies nun unser Plan war oder wir uns einfach, wie so oft im Nachhinein, treiben ließen, auf jeden Fall waren wir erstmal angekommen in Dortmund. Das erste Mal an diesem Tag konnten wir einfach nur rumstehen; rumstehen und der berührenden Musik lauschen. Doch schon zwei Minuten später wars dann auch wieder vorbei mit meiner inneren Ruhe. Ich wollte eeeeendlich neue Erfahrungen machen! Meine Verrücktheit ausleben und Dinge ausprobieren! Also entstand dann zwei Minuten später aus einer von mir improvisierten „Mayonnaise-Kette“ direkt vor Lottes Bühne eine riesige, seeehr bunt gemischte Gemeinschaftsaktion aus bestimmt hundert Leuten, zu diesem Moment wurde dann auch mir klar, der Kirchentag verbindet wirklich die Leute aller Vielfalten und wenn die dann auch noch aufeinander zugehen, kann halt auch alles möglich werden. Voller Begeisterung über diese neue Erkenntnis zog ich mit viel Redebedarf wieder los, um in dem Gewusel zurück zu meiner Gruppe zu finden, während die Menschenkette natürlich ohne mich noch fröhlich und wachsend weiterlief (Wie viel ein kleiner Stups doch schon alles auswirken kann…). Selbstverständlich fand ich meine Gefährten nicht wieder ;). Jedoch war mein Redebedarf so groß, dass ich einfach wie ein Wahnsinniger begann, meine Geschichte einem wild tanzenden Mädchen, das zwar kein Taktgefühl, aber dafür großen, ansteckenden Spaß besaß, meine Geschichte anzuvertrauen („Was für ein Vertrauen“). Das junge Mädchen in meinem Alter war nicht sehr gesprächig, hüpfte einfach nur um mich herum, fühlte die Musik in der Seele und gab sie mit ihrem Körper an uns weiter. Plötzlich schrie das Mädchen mit so einer Begeisterung und Überzeugung in der Stimme einen einzigen Satz: „Und alle haben Bock auf Jesus“. Diesen einen Satz werde ich nicht mehr vergessen können. Er definiert MEINEN Kirchentag wie keine andere Aussage.

In der Schule werde ich teilweise als „komischer Kauz“ bezeichnet, stehe ich zu meinem Glauben und lebe ihn aus. Doch was für ein Vertrauen herrscht auf dem Kirchentag! Hier kann ich sein wer ich will! Hier erhalte ich dafür nicht nur Anerkennung, sondern Liebe. Drum lassen wir uns in den Zeiten des „Glauben-Schwunds“ unser Vertrauen besonders in das Bestehen unserer Glaubensgemeinschaft legen und es wird uns wie ein kostbarer Schatz Kraft geben.

Abschlussgottesdienst im BVB Stadion

Kommen wir jedoch zu unserer eigentlichen Mission, die leider nicht war, eine riesige „Mayonnaise-Kette“ zu entfachen, sondern in der Gastgemeinde (Hier Name der Gastgemeinde) ein bisschen herum zu spionieren, damit wir dann als gastgebende Gemeinde beim KIRCHENTAG 2021 IN FRANKFURT gut gerüstet sind. Auf unserer Mission konnten wir natürlich in den Gesprächen mit den hohen Tieren, die die Verantwortung für die ca. 800 Kirchentagsbesucher trugen, welche alle in der einen, gastgebenden Schule lebten, Tipps, Tricks, nackte Fakten und Zahlen dazugewinnen. Allem in allem geht aber nichts über die Erfahrung an sich, selbst mal im Klassenraum vor der Tafel im Schlafsack gepennt zu haben, selbst mal ewig auf der Suche nach den Duschen abends in einer Geisterschule herumgeirrt zu sein oder die Butter mühsam und noch müde vom gestrigen „Culcha Candela“-Konzert in der Waschstraße geschrubbt zu haben, denn das ist der wahre Gewinn unseres Abenteuers. Jetzt können wir uns intensiv mit unseren erlangten Erfahrungen auf den 3. Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt vom 12. – 16. MAI 2021 vorbereiten, wenn es wieder heißt: „Ei Gude, Kerschedaach!“. (www.oekt-frankfurt.de)

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